Disziplinen

Westernreiten hat sich aus dem zweckorientierten Gebrauchsreiten der Cowboys entwickelt, bzw. ist es aus der Reitweise der mexikanischen/kalifornischen „Vaqueros“ entstanden, die bereits um 1550 zur Zeit der spanischen Eroberer  in der „Neuen Welt“ tätig waren. Die nordamerikanischen Cowboys in Texas haben anfangs viele Methoden und Ausrüstung übernommen, später aber abgeändert. Daraus entwickelten sich auch 2 Hauptströmungen im Westernreiten:

  • der kalifornische Stil: ist an die klassische Reitweise der spanischen Eroberer angelehnt
    Dabei wird vor allem großer Wert auf die schonende Ausbildung des Pferdes gelegt, welche sich in 4 Phasen unterteilt:

    1. Snaffle-Bit: das 3-4jährige Pferd wird ohne Zwang und ohne stetige Anlehnung mit Trense angeritten. Das Pferd soll lernen „sich selbst zu tragen“; es geht um vertikale und seitliche Kontrolle.
    2. Bosal: Es ist eine gebißlose Zäumung, die aber mit dem Hackamore der engl. Reitweise nichts zu tun hat. Das Bosal besteht nur aus geflochtener Rohlederhaut (Keine Metallteile!). Es wirkt auf Backen und Hals des Pferdes. Diese Phase ist deshalb so wichtig, weil zu diesem Zeitpunkt auch die Zähne des Pferdes weiter vorschieben, und damit eine Trense im Maul oft problematisch ist!
    3. Kandare: sie wird zunächst gemeinsam mit dem Bosal verwendet. Das heißt die Kontrolle wird langsam von der Nasen/Halswirkung des Bosals auf die Kandare – also die Kandare umgestellt.
    4. Vollendung: das bereits „fertige“ Pferd kann nun bei einhändiger Zügelführung mit minimaler Anlehnung geritten werden. Ziel ist es, jedes Manöver auch einhändig vollkommen präzise zu reiten. Das fertig ausgebildetes Pferd ist also mindestens 7 – 8 Jahre alt!
  • der texanische Stil: ist auch heute noch dem Gebrauchsreiten näher

Das Westernreiten ist bis heute eine Arbeitsreitweise. Das heißt der Reiter muss nicht seine gesamte Aufmerksamkeit dem Pferd widmen. Das Ziel ist die einhändige Zügelführung und somit Kontrolle des Pferdes, um eine Hand für andere Aufgaben frei zu haben. Der usprüngliche Zweck war die Kontrolle der Rinderherde, wobei das Pferd nur Mittel zum Zweck war. Dies erforderte spezielle Eigenschaften des Pferdes (Wendigkeit, Genügsamkeit, Schnelligkeit…) und eine gutes Zusammenwirken von Pferd & Reiter bei minimaler Anleitung mit prompter Reaktion.

Es handelt sich daher um eine Impulsreitweise. Ziel ist es, dem Pferd einen einmaligen Befehl zu erteilen, den dieses solange ausführt, bis es einen anderen Befehl erhält. Damit eignet sich das Westernreiten heute auch hervoragend für Freizei- und Wanderreiter: Das Ziel ist ein einfacher und unkomplizierter Umgang mit einem möglichst gut erzogenem verlässlichem Pferd. Pferd und Reiter sollen mit möglichst geringem Kraftaufwand und Konzentration möglichst schonend auch weitere Strecken zurücklegen können.

Im Bereich des Westernsports hingegen unterscheidet man viele spezielle Richtungen, die 3 Hauptdisziplinen sind:

  • Pleasure: hier geht es vor allem um Harmonie zwischen Pferd & Reiter
  • Trail: stellt den Gehorsam und das selbständige Mitarbeiten des Pferdes in den Vordergrund
  • Reining: wohl die spektakulärste Disziplin, auch oft als „Königsdisziplin“ bezeichnet

Weitere Disziplinen sind z. B. Ranch Riding, Horsemanship, Western Riding,

Sehr speziell und bei uns weniger verbreitet sind die Disziplinen Cutting, Barrel Race, Pole-Bending.