Der Westernsattel

ADer Westernsattel und die Bezeichnung seiner Teileuch hier macht sich der Ursprung der Westernreiterei  – nämlich der Einsatz als Arbeitspferd – bemerkbar. Und es werden die einzlnen Sattelteile traditionell in englisch bezeichnet!

Beim Westernsattel ist vor allem die möglichst gleichmäßige und großflächige Gewichtsverteilung von Bedeutung. Denn eine punktuelle Gewichtsbelastung würde eine vorzeitige Übermüdung oder übermäßige Belastung der Rückenmuskulatur bedeuten. Entscheidend ist deshalb auch vom 1. Tag an die richtige Anpassung von Sattel und Pad!

Es gibt im wesentlichen 2 Grundarten:

  1. kalifornische Sattel: er hat einen eher hohen Cantle (hinterer Sattelrahmen) und ein hohes Horn. Der Sitz ist also tiefer und ähnelt eher dem des klassischen Dressurreiters. Auch die Hilfeneinwirkung, z.B. der Schenkel kann verglichen werden.
  2. texanischer Sattel: er ist insgesamt flacher, der Cantle und das Horn sind niedriger. Der Schwerpunkt liegt weiter hinten. Der Reiter stützt mehr Gewicht im Sattel, bzw. in den Bügeln ab (Arbeitsreitweise), dadurch kommt den Schenkelhilfen auch weniger Bedeutung zu. Viele Sättel haben auch noch einen zusätzlichen Bauchgurt. Der hat allerdings nur bei der Rinderarbeit Bedeutung: er soll verhindern, dass der Sattel hinten hochgeht, wenn ein Rind am Horn festgemacht wird.

Die Steigbügel beim Westernsattel sind eher groß und schwer. Hier werden die unterschiedlichsten Materialien verwendet. Beim neuen Sattel ist es nötig die Fender (die großen breiten Lederstücke an den Seiten) anzufeuchten und nach außen herumzurdrehen. Dann fixiert man die Bügel in dieser Lage. Das verhindert später, dass die Bügel dem Reiter nach innen wegrutschen, sie bleiben in einer et 80-Grad-Position zum Sattel.

Die Sattelunterlage ist ein sogenannter „Pad“, möglichst mehrere Zentimeter dick. Denn der Hauptaugenmerk ist nunmal, dass auch auf langen Strecken pferdeschonend und bequem geritten wird. Das bedeutet aber keineswegs, dass man deswegen weniger Einwirkung auf das Pferd hätte, Gewichtsverlagerung und -hilfen sind trotzdem deutlich spürbar.