Westernsattel anpassen – Sattelbaum und Bauweise


Ein Westernsattel ist eine beachtliche Investition und wohl das wichtigste Ausrüstungsteil. Daran sollte man also nicht sparen, vor allem aber den richtigen Westernsattel wählen. Es spricht nichts dagegen einen gebrauchten Westernsattel zu verwenden, solange er richtig sitzt. Zum Anpassen des Westernsattels, sollte man sich zunächst mit der Bauweise vertraut machen.

Das Grundgerüst des Westernsattels

Sattelbaum eines Westernsattel - BauteileDie Bars

Sind jene beiden Längsteile, die die Basis des Westernsattels bilden und das Reitergewicht  und den Druck am Pferderücken verteilen. Weil kein Pferderücken ganz flach ist, müssen diese Bars dem Körperkonturen folgen können. Jeder Sattelbaum hat daher einen „Rock“ , also eine Längswölbung und einen „Twist“. D. h. es ist eine Verdrehung entlang der Längsachse möglich. So kann sich der Sattel auch der (diagonalen) Bewegung anpassen. Natürlich hängt die Länge der Bars immer von der Rückenlänge des Pferdes ab.

Das Gullet

Ist jener Hohlraum, der sich direkt über dem Widerrist unterhalb der Fork bildet. Hier sind 2 Größen wichtig:

  • Gullet-Weite: wird von der Schulterbreite und Muskulatur des Pferdes bestimmt. Ausschlaggebend ist genau der Punkt, an dem die Bars in die Fork übergehen.
  • Gullet-Höhe: sie wird von der Widerristhöhe bestimmt. Es sollten immer mind. 4 cm Platz zwischen Widerrist und Fork bleiben!

Beide Abmessungen werden normalerweise in Zoll angegeben. Es gibt natürlich Standardgrößen, vergleichbar mit unseren Konfektionsgrößen, die sich genau auf diese Maße beziehen, aber nur Richtwerte darstellen:

  • SQ – Semiquarter-Baum
  • FQ – Fullquarter-Baum
  • XFQ – Extrafullquarter-Baum
  • XXFQ – Extraextrafullquarter-Baum

Die Gulletweite ist eine der wichtigsten Größen, beim Sattel anpassen! Genau an der Stelle, wo Fork und Bars aufeinandertreffen, muss die Winkelung genau passen, da sonst dort punktuell großer Druck entsteht. Das kann zu Verspannungen führen, die sich vielleicht an ganz anderer Stelle äußern. Ein rutschender Sattel kann zu weiteren Druckstellen und sogar zu Muskelabbau („Löcher im Pferderücken“) führen.
Der „Rock“ (Schwung) ermöglicht es dem Pferd den Rücken unter dem Sattel in der Bewegung aufzuwölben. Es bleibt also „Luft“ unter dem Sattel, er liegt in der Mitte nicht auf und drückt nicht. Der „Twist“ sorgt dafür, dass sich der Sattel auch in der diagonalen Bewegung dem Pferd anpassen kann und Gewicht und Druck weiterhin gleichmäßig verteilt wird.
Die Sitzlänge wird ebenfalls in Zoll angegeben. Man misst sie von der Fork an der Wurzel des Horns bis zur Oberkante des Cantles. Die Sitzlänge orientiert sich eher am Körperbau des Reiters. Der Trend geht auch eher zu einem „Center-Seat“, also dahin, dass der tiefste Punkt des Sattels in der Mitte liegt und auch das Reitergewicht dahin verlagert wird